Verbesserungs- und Vorschlagswesen

Kommunikation und Zusammenarbeit sind wesentliche Stützpfeile für den Erfolg des betrieblichen AGS. Denn alle Beteiligten (Oberste Leitung, Führungskräfte, Mitarbeiter, Besucher, Fremdfirmen und Anwohner) müssen aktiv am AGS teilnehmen (Partizipationsprinzip), um die Wirksamkeit (Effektivität) der ergriffenen Maßnahmen sicherzustellen. Dies gelingt nur dann, wenn allen Personen die relevanten AGS-Informationen auf unterschiedliche Weise (Schulungen, Trainings, Aushänge, Hinweise, FFH etc.) in einer empfängergerechten Form (Präsentationen, Bilder, Videos, Texte etc.) vermittelt werden. Hierzu müssen die Kommunikationsstrukturen zur Informationsweitergabe klar definiert und dokumentiert sein. Neben der Weitergabe von Informationen (wie Vorgaben oder AGS-Standards) von Seiten der Konzernspitze (Top-Down-Prinzip), müssen auch Möglichkeiten geschaffen werden, Hinweise und Daten von der Basis nach oben zu spiegeln (Bottom-Up-Prinzip). Hierbei hat jeder Mitarbeiter als auch die Kontraktoren und Fremdfirmen im Unternehmen die Verpflichtung, sicherheitsrelevante Ereignisse (wie Unfälle, Near-Misses, unsichere Zustände) über ein standardisiertes Erfassungswesen zu melden. Dafür müssen entsprechende Formulare (bspw. Unfallmeldebogen) ausgearbeitet und zur Verfügung gestellt werden sowie verantwortliche Ansprechpartner benannt und bekannt gemacht werden. Daher ist es wichtig, dass Instrumente zur benutzergerechten Informationsaufnahme und -weitergabe etabliert werden. Hierzu eignen sich u. a. das firmeneigene Intranet (digitale Formulare zur Erfassung von Unfallmeldungen, unsicheren Situationen, Verbesserungsvorschlägen, E-Learning etc.), Flyer für spezielle Aktionen (wie bspw. Tag des Lärms), hinweisende Plakate, Statistiktafeln mit den aktuellen Kennzahlen (UKZ, Anzahl der unfallfreien Tage etc.), Ausstellungen und Aktionstage, betriebsinterne Zeitschriften, regelmäßige Reports sowie der Jahresbericht. Beim Einsatz der genannten Medien ist es wichtig, dass der Stellenwert des AGS äquivalent dem anderer Themen wie Finanzen, Qualität oder Umwelt ist. Die Themen des AGS müssen kontinuierlich im gesamten Unternehmen in alle Ebenen kommuniziert werden. flow of information Da der Arbeits- und Gesundheitsschutz als Unterstützungsprozess ein grundsätzlicher Bestandteil der Arbeit ist, muss bei der Einführung des AG-MS die Verantwortung aller Mitglieder des Unternehmens (von der obersten Leitung über die Führungskräfte hin zum Mitarbeiter) hervorgehoben werden. Denn nur durch die Beteiligung aller Beschäftigten können die angestrebten AGS-Ziele erreicht werden. Um eine kontinuierliche Verbesserung der AGS-Situation im Hinblick auf die definierten Ziele zu erreichen, müssen Instrumente zur Motivation eingesetzt werden. Neben sanktionierenden bzw. mahnenden Maßnahmen bei Fehlverhalten müssen vor allem positive Anreize für ein sicherheitsgerechtes Verhalten gesetzt werden. Dies beginnt im Kleinen durch Loben bei korrektem und vorbildlichem Verhalten und wird durch das Prämieren bzw. Auszeichnen von besonders vorbildlichen Mitarbeitern erweitert (bspw. Sonderzahlung für sinnvolle Verbesserungsvorschläge oder Auszeichnung im Rahmen von Veranstaltungen). Dieses Prinzip der Belohnung kann auch monetär mit den Bonuszahlungen der Führungskräfte gekoppelt sein. Dabei dienen die abteilungsspezifischen Leistungsparameter (KPI) als Multiplikatoren. Neben der betriebsinternen Kommunikation und Darstellung müssen klare Strukturen und Vorgehensweisen zur Weitergabe aber auch zum Erhalt von Informationen vom Staat und anderen externen Stakeholdern vorhanden sein. Dies bedeutet, dass zu klären ist, welche Formblätter in welchen Fällen an welche Ansprechpartner zu versenden sind. Der regelmäßige Abgleich der entsprechenden Formulare und Informationen (d. h. Überprüfung auf Aktualität) muss daher bereits bei der Erstellung der AGS-Verfahrensanweisungen berücksichtigt und dokumentiert werden. Es empfiehlt sich zudem, eine Übersichtstabelle mit den behördlichen Ansprechpartnern (wie Inspekteuren) für die verschiedenen Themengebiete (AGS, UWS, Brandschutz etc.) zu führen und zu pflegen. Des Weiteren können in dieser nach Themen sortierten Übersicht auch relevante Informationsplattformen im Internet (wie Gefahrstoffdatenbanken mit entsprechenden Sicherheitsdatenblättern (Material Safety Data Sheets (MSDS)) sowie Fachzeitschriften hinterlegt werden. Ein wichtiger Aspekt der Kommunikation im Rahmen des AGS ist die Darstellung der Erfolge. Diese müssen sowohl intern als auch extern weitergegeben werden. Denn auf diese Weise werden zum einen die Mitarbeiterzufriedenheit sowie die Verbundenheit mit der Sicherheitskultur des Unternehmens gestärkt. Zum anderen steigt das Ansehen des Unternehmens in der Öffentlichkeit (Image), da Aktionen und Erfolge im AGS die Sozialverantwortung des Unternehmers betonen. Insbesondere Investoren und Kunden sind neben dem Abschnitt über wirtschaftliche Erfolge im Jahresbericht zunehmend an den Erfolgen sowie angestrebten Zielen in den Bereichen Umweltschutz sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz interessiert. Des Weiteren stehen die Themen CSR, AGS und Umwelt für eine stetig steigende Anzahl an Förderinstituten (wie der Weltbank oder der EU) im Hauptfokus bei der Vergabe von Kapital. All dies dient dazu, als ein Unternehmen mit internationalen Standards wahrgenommen zu werden und zur internen Verpflichtung der Einhaltung des bereits erreichten AGS-Standards.