Gefahrstoffmanagement

Das Unternehmen muss den sorgfältigen Umgang mit Gefahrstoffen sicherstellen. Hierfür muss bekannt sein, welche Gefahrstoffe im Unternehmen vorhanden sind, welche Gefährdungen und Risiken von ihnen ausgehen und welche Schutzmaßnahmen getroffen werden können. Die Mitarbeiter müssen in dem Umgang mit den Gefahrstoffen geschult und über die Gefährdungen und Risiken unterrichtet sein. Unfälle mit Gefahrstoffen oder durch Gefahrstoffe hervorgerufene Erkrankungen führen zu Ausfallzeiten und wirtschaftlichen Verlusten und können zudem auch das Image des Unternehmens beschädigen. Deswegen ist es wichtig, dass ein strukturiertes Gefahrstoffmanagement mit eindeutigen Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten vorhanden ist. Kernelement dabei ist das Gefahrstoffverzeichnis, in welchem zentral und regelmäßig alle Informationen erfasst, bewertet und dokumentiert werden. Den ersten Schritt für die Erstellung eines Gefahrstoffverzeichnisses bildet die Erfassung aller gefährlichen Stoffe im Unternehmen, ihrer Menge und Einsatzarten sowie der betroffenen Arbeitsplätze. Im Zweiten Schritt müssen die eingesetzten Stoffe und Arbeitsplätze entsprechend ihrer Gefährlichkeit beurteilt werden. Darauf aufbauend sind relevante Schutzmaßnahmen anzuordnen. Zudem müssen Betriebsanweisungen und Kennzeichnungen gemäß GHS (Globally Harmonized System of Classification, Labelling and Packaging of Chemicals) erstellt und die Mitarbeiter im sicheren Umgang mit dem Gefahrstoff unterwiesen werden. GHS-kennzeichnung Relevante Daten über die Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltgefährdungen des Gefahrstoffes im Hinblick auf die Verwendung, Handhabung, Lagerung, Transport und Entsorgung können dem Sicherheitsdatenblatt (Materials Safety Data Sheets (MSDS)) entnommen werden. Das Sicherheitsdatenblatt wird vom Hersteller bereitgestellt. Die Beschriftung eines Gefahrstoffbehälters muss in einer für den Benutzer verständlichen Sprache erfolgen. Das Unternehmen muss sicherstellen, dass die vorhandenen Sicherheitsdatenblätter, Beschriftungen und Betriebsanweisungen den rechtlichen Vorgaben entsprechen, aktuell sind, vom Benutzer gelesen und verstanden werden können und die Mitarbeiter in der Anwendung geschult sind.

Die Umsetzung des Gefahrstoffmanagements muss von entsprechend geschulten Gefahrstoffbeauftragten bzw. der unternehmenseigenen Gefahrstoffstelle durchgeführt werden. Die Gefahrstoffstelle unterstützt auch bei der Beschaffung von spezifischen Stoffen. Der von den Abteilungen beantragte Gefahrstoff wird auf seinen Einsatzzweck geprüft und anschließend wird die, ggf. mit Auflagen verbundene, Erlaubnis zum Umgang mit dem Stoff erteilt. Der neue Stoff wird dann ebenfalls im Gefahrstoffverzeichnis registriert.